Die richtige Hundebox

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Wofür Hundeboxen nicht gedacht sind

Hundeboxen sind eine tolle Erfindung. Einfach und sicher kann man in ihnen Hunde transportieren. Auch auf Flügen leisten sie eine wertvolle Hilfe, denn die meisten Hunde sind für das Mitfliegen bei den Passagieren einfach zu groß und müssen daher in einen speziellen Frachtraum. Hundeboxen sollten aber kein Ersatz sein für Erziehung. Sie können sinnvoll bei der Welpenerziehung eingesetzt werden, um den kleinen Vierbeiner zu schützen. Aber auch hierbei sollte die Hundebox nicht zur Verwahrbox werden.

Hundeboxen können nützlich sein - nicht nur für den Hundetransport

Natürlich gibt es Situationen, in denen man seinen Hund auch einmal in eine Hundebox einschließen kann (bzw. muss), obwohl gerade keine Autofahrt oder sonstiger Transport ansteht. Der Klempner muss dringend den verstopften Abfluss reparieren, die Wohnung ist klein, und da der Handwerker sich weigert solange der Hund frei herumläuft, die Wohnung zu betreten, kommt er eben so lange in die Box. Kein Problem, schließlich sind Frauchen oder Herrchen ja da. Auch bei Welpen kann eine Box gerade in der Nacht Sinn machen, schließlich muss der kleine vierbeinige Freund sich dann melden, wenn die Blase drückt. Dann wird man wach, nimmt sein Fellbündel unter dem Arm und kann ihn zu seinem Löseplatz bringen. Wobei hier eine oben offene Box neben dem Bett fast besser ist, als eine geschlossene Transportbox. Auch ich habe das getan und schon mal einen Hund in der Box geparkt. Als unser Labrador neu eingezogen war, war ich am dritten Abend alleine mit ihm zu Hause. Da ich kochen musste, holte ich die Schlafkiste von oben in die Küche, stellte diese sicher in die Ecke, wo er mich auch immer gut sehen konnte und kochte ohne Gefahr, plötzlich auf einen Welpen zu treten und dabei womöglich etwas Heißes auf ihn zu verschütten. Nach fünf Minuten genauem Zugucken, was das neue unbekannte Frauchen denn da treibt, schlief der Kleine eh tief und fest. Ohne eine Gefahr für sich oder andere zu sein.

Es gibt also durchaus Gründe, warum man einen Hund mal in eine Box sperren muss.

In dem Fall von dem ich nun erzähle, wurden die Hundeboxen aber als Mini-Zwinger missbraucht. Wenn man nun überlegt, dass aus gutem Grund Zwinger inzwischen eine Mindestgröße haben müssen und man sich dann vorstellt, das solche Hundetransportboxen eben gerade mal zum Schlafen, bequem Liegen und einmal um die eigene Achse drehen angelegt sind, weiß man das das Tierquälerei ist.

Keine Lust mehr auf die eigenen Hunde - Hundebox wird zum Daueraufenthaltsort

In diesem Fall geht es um ein Pärchen, beide so Ende 50. Sieben Katzen im Haus, die überall hin dürfen und zwei Französische Bulldoggen. Das die beiden zwei Hunde haben war mir erzählt worden, ich war dann mal zum Grillen im Sommer und wunderte mich, wo denn die Hunde seien, mir wurde später erzählt, wegen der Grillparty und weil einer der beiden Hunde eine Futterallergie habe und man Angst hatte, dass dieser unkontrolliert für ihn schädliches Fressen bekommen würde, wären sie drinnen eingesperrt. Ich dachte natürlich irgendwo in einem Zimmer. Später erfuhr ich, dass diese, währen draußen die Party einige Stunden ging, die ganze Zeit in ihren Transportboxen eingesperrt waren. So ab 15 Uhr, da ging die Grillparty los, bis spät in die Nacht.

Da war ich das erste Mal empört. Schließlich waren am Ende der Party nur noch vier Nasen, allesamt Hundebesitzer und das Pärchen da. Grillen war schon zu Ende und vier Leuten kann man doch wohl erklären, dass die Hunde nix bekommen sollen. Da hätte man zu sechst schnell mal einen Check machen können, ob noch etwas herum liegt und dann hätten die Hunde ja auch aus der Box gekonnt.

Später erfuhr ich dann, dass die Hunde nur aus den Boxen raus dürfen, wenn Frauchen zu Hause war (Herrchen hatte ein äußerst gestörtes Verhältnis zu den „Viehzeug“ und hatte einen der Hunde wohl mal getreten, als dieser ihn gebissen hat) und auch nur dann, wenn Frauchen Zeit hatte sich um die Hunde zu kümmern. Das heißt: Sie war den ganzen Tag unterwegs. Zwischendurch wurden sie dann vom Herrchen mal rausgelassen, dann kamen sie wieder in die Box. War Frauchen am Abend mit den Katzen so weit durch, durften die Hunde für ein, zwei Stunden auf die Couch, schlafen, dafür hatten die beiden Vierbeiner ja am Tag keine Zeit gehabt, da hatten sie ja alleine in der Box gespielt (sorry, Ironie). Dann, wenn Frauchen ins Bett wollte, ging es für die Nacht wieder in die Box. Morgens wurden sie dann kurz rausgelassen.

Wer denkt, dass die beiden Hunde wenigstens dann zwei, drei Mal richtig Auslauf bekamen, als Ausgleich für den Daueraufenthalt in ihrem Gefängnis, der irrt. Ich habe sechs Monate neben den beiden Tierquälern gewohnt. Ihr Auslauf war 100 Quadratmeter Grundstück, davon etwa 80 Prozent gefliest bzw. gepflastert. Mal abgesehen davon, dass das im Sommer ziemlich ecklig war, weil Hundekacke wegräumen muss man ja nur einmal im Monat, taten mir die beiden unendlich leid. Die wurden aufs Grundstück gelassen, Frauchen hat derweil Fernsehen geschaut, statt dann wenigstens mal einen Ball in die Hand zu nehmen oder irgendwie sich mit den beiden zu beschäftigen. Wenn ich mit unserem Hund am Tor vorbei gegangen bin, an dem die beiden noch nicht mal rausschauen konnten, um wenigsten hier ein wenig Anregung und Abwechslung zu bekommen, waren sie natürlich voll am durchdrehen. Klar, wer lebt schon gerne in Dauereinzelhaft?

Ganz am Anfang, da war ich noch keine Nachbarin, sondern habe die Hundequäler nur flüchtig gekannt, habe ich die Hunde sogar mal außerhalb ihres Straflagers gesehen. Da bin ich natürlich prompt von einem der beiden gebissen worden. Der rannte quer über die Straße, stürzte sich auf meinen friedlich neben mir liegenden Hund und als dieser knurrte, biss der Hund eben mich. Da war ich noch sauer, als ich später mitbekommen habe, wie die beiden armen Französischen Bulldoggen gehalten wurden, habe ich den armen kleinen Racker verstanden. Woher hätte er auch wissen sollen, wie man sich benehmen muss?

Ich habe die Tierquälerin auch mehrfach drauf angesprochen und ihr gesagt, was ich davon halte, was sie mit ihren armen Tieren anstellt. Naja, sie sprach halt irgendwann nicht mehr und hetzte hinter meinem Rücken darüber, dass für mich mein Hund wohl ein Kindersatz sei, das habe sie aber nicht nötig, sie hätte drei richtige Kinder (oder zwei, keine Ahnung). Sehr interessante Theorie. Das Tierschutzgesetz gilt also nur für Tiere von Kinderlosen. Grübel. Außerdem habe ihre Tierärztin ihr das empfohlen, da ihre Hunde ja immer alles kaputt machen würden. Ich hätte mir ja gerne Name und Adresse der Tierärztin geben lassen, da dies wohl eine in Deutschland ist, um diese dann mal ob so eines Ratschlages zu Rede zu stellen. Hunde, die sich langweilen und überhaupt keine Anregungen bekommen, neigen nun mal dazu sich selbst zu beschäftigen. Da muss man eben, wie beim Welpen auch mal was wegstellen und eben auch für genügend Auslastung sorgen. Oder einfach einsehen, dass man ein Problem hat und sich mal dem Thema Erziehung widmen. Und nicht eine Hundetransportbox als Strafkäfig einsetzen.

Wäre Anzeigen eine Lösung gewesen?

Der eine oder andere Leser wird sich nun fragen, warum ich diese Tierquäler nicht einfach angezeigt habe. Das Pärchen kannte ich auf Gran Canaria, inzwischen wohne ich nicht mehr da, und hätte ich die angezeigt, wäre sehr wahrscheinlich sogar die Spezialeinheit der Guardia Civil für Tierschutz angerückt (ja, so etwas gibt es auch in Spanien). Aber mit welchem Ergebnis? Im allerschlechtesten Fall wären die beiden Französischen Bulldoggen in einem spanischen Tierheim gelandet und dort, wenn sich keine neue Familie gefunden hätte, wohl eingeschläfert. In einem etwas besseren Fall wären sie in eine private Tierrettung gekommen. Dort hätten sie aber dann wohl zwei anderen Hunden ein neues Leben verbaut, die dafür dann in der Tiertötung gelandet wären. Immerhin konnte ich mir einbilden, dass die beiden ob ihres Verhaltens oft genug Gesprächsthema im Ort waren bei anderen Hundebesitzern, da ich darauf ja auch andere Menschen hingewiesen habe, dass das keine liebevollen Hundebesitzer sind. Ich hab mir irgendwann eingebildet, dass die Hunde dann immerhin irgendwann ein bis zwei Mal im Monat 100 Meter ausgeführt worden sind und ich sie auch etwas öfters auf dem Hof gehört habe. Besser als nichts.

Ich hätte ja noch ein wenig Verständnis für die Situation haben können, wenn das der Not geschuldet gewesen wäre. Also: Man schafft sich einen Hund an, und dann ändert sich das Leben. Statt wie bislang Hausfrau und Mutter zu sein, lässt sich der Ehemann scheiden, man ist nun Alleine und muss arbeiten gehen, hat aber immer noch die Hunde. Diese sind es aber nicht gewohnt alleine zu sein, also müssen sie während der Arbeitszeit in die Box, damit die Wohnung nicht zerlegt wird (was ja auch durchaus gefährlich sein kann). Nach der Arbeit kümmert man sich dann aber um die beiden und schafft einen Ausgleich. Das wäre zwar auch nicht schön für die Hunde und keine Dauerlösung, aber das Leben ändert sich bekanntlich manchmal schneller als man denkt. - Tsja, die Alte hat sich den Ausgleich von der Arbeit und den anstrengenden Ausflügen lieber beim Saufen in der Kneipe gesucht. Statt dahin die Hunde dann wenigstens mal mitzunehmen, was sicherlich nicht das spannendste für diese beiden armen Würmer gewesen wäre, aber immerhin eine Abwechslung, blieben die in der Zeit eben, richtig, in der Box. Obwohl das Spanien bzw. Gran Canaria war, waren in dieser spanischen Kneipe im übrigen Hunde auf der Terrasse erlaubt. Nicht gerade Sonntagsmittags, wenn Hochbetrieb war, aber Abends schon. Das weiß ich, weil wir des öfteren auch unseren Hund mit hatten. Außer an Tagen, an denen wir zuvor mit ihm Ball am und im Meer gespielt haben, er also zum einen pietschnas und nicht ausgangsfähig war (langes Liegen im Zug kann dann gar nicht gut sein) und außerdem eh zu müde, um sich zu bewegen :-)


Also: Hundeboxen sind toll zum sicheren transportieren von Hunden, Katzen und anderen Vierbeinern. Hundeboxen können auch mal dazu herhalten, einen Hund zu schützen oder einen Besucher zu schützen. Hundeboxen sind aber keine Dauerlösung, wenn einem der eigene Vierbeiner über den Kopf gewachsen ist und man sich von diesem nur noch belästigt fühlt. Dann sollte man in Ruhe nach einer besseren Lösung suchen: Einen Hundetrainer engagieren, an seinem Leben selbst etwas ändern oder eben die Hunde in liebevolle Hände abgeben.





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