Die richtige Hundebox

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Fliegen mit Hund Tipps

Die Infos und Tipps rund um das Fliegen mit Hund basieren auf nun vier Flüge mit Hund bzw. Hunden. Das letzte Mal mit Hund geflogen bin ich im November 2016, der letzte Flug davor war im April 2015. Insbesondere bei der Frage Impfungen und Heimtierausweis für den Hund sollte man sich aber immer schon bei der Buchung bei der Fluggesellschaft erkundigen, ob sich irgendetwas geändert hat. Zudem hat jede Fluggesellschaft eben auch ihre eigenen internen Bestimmungen. Das Lesen dieses Textes und dieser Tipps ersetzt also nicht das eigene Informieren zum Beispiel auf der Webseite der jeweiligen Fluggesellschaft beim Buchen und vor Reiseantritt mit Hund.

Nicht dass man dann am Flughafen steht und dann nicht mit Hund einchecken darf, weil etwa fehlt oder die Box zu klein ist. So haben wir 2007 noch keine aktuelle Flugtauglichkeit vom Vortag benötigt (oder wir hatten Glück und sie war nicht abgefragt worden), als wir mit zwei Hunden von Hamburg nach Gran Canaria geflogen sind. 2015 war es plötzlich Pflicht, zum Glück wusste unser Tierarzt das aber und hat uns, als wir wegen dem internationalen Heimtierausweis bei ihm waren, gleich auf den notwendigen Termin kurz vor Flug hingewiesen.

EU-Heimtierausweis

Seit Sommer 2004 benötigt man für Reisen in EU-Ländern für Hunde, Katzen und Frettchen und weitere Heimtiere (oder auch Haustiere) einen EU-Heimtierausweis. Dieser wird vom Tierarzt ausgestellt. In dem Heimtierausweis ist die gültige Tollwut-Impfung einzutragen und die Kennzeichnung des jeweiligen Tieres, bei unseren Hunden war das die Chipnummer. Für eine Übergangsfrist waren auch noch Tätowierungen am Ohr möglich, heute, mehr als 10 Jahre nach der Einführung dieses Ausweises sollte es aber die Identifizierung über einen Chip sein.

Es ist zwingend der EU-Heimtierausweis erforderlich. Ein Impfpass, auch nicht der internationale Impfausweis, reichen für Flüge innerhalb der EU nicht aus.

Bescheinigung der Flugtauglichkeit

Wird ebenfalls vom Arzt ausgestellt und sollte vom Vortag sein. Den Tierarzt sollte man auch um Rat fragen, wenn es darum geht, ob man für den Hund ein Beruhigungsmittel haben möchte. Die genaue Anwendung wie auch die Nebenwirkungen sollte man sich aufschreiben, meist bekommt man nur die Pillen für den Flug und nicht den Beipackzettel mit. Dieser lässt sich in den meisten Fällen aber auch im Internet finden und ausdrucken. Wichtig ist, der Hund muss ansprechbar bleiben, darf also nicht durch Pillen und Co. sediert werden. Bei unserem letzten Flug hatte unser Hund noch 48 Stunden mit den Nebenwirkungen zu kämpfen. Das war jetzt nicht so schlimm, aber er brauchte schon etwas, bis alles an den Medikamenten raus aus dem Körper war und er wieder richtig fit und wach wirkte.

Anmerkung: Wir würden kein Beruhigungsmittel mehr geben, die Nebenwirkungen waren uns im Nachhinein dann doch zu heftig. Es gibt auch Empfehlungen darauf zu verzichten, da es die Tiere beim Flug Anpassungsschwierigkeiten an ihre Umgebung haben können. Auch besteht die Gefahr, dass sie unterkühlen können. Auf jeden Fall sollte man das Geben von Beruhigungsmitteln genaustens mit dem Tierarzt besprechen, der den Hund (oder die Katze) schon etwas genauer kennt. Gut ist es auch, wenn man schon einige Tage, besser sogar zwei, drei Wochen vor einem geplanten Flug mit seinem Hund beim Tierarzt vorspricht. Es gibt recht milde Beruhigungsmittel, die aber schon einige Tage zuvor gegeben werden müssen.

Hundetransportbox mit IATA Label

Hunde über vier, fünf, sieben Kilogramm (das ist von Fluggesellschaft zu Fluggesellschaft unterschiedlich, bei einigen zählt auch das Gewicht der Tasche mit dazu) dürfen nicht in die Kabine (außer es sind Begleithunde). Sie reisen in einem extra Gepäckraum und dafür wird eine stabile Hundetransportbox benötigt. Diese sollte auch als IATA Flugbox ausgewiesen sein. Zwar können Fluggesellschaften auch andere Boxen transportieren, wer aber auf Nummer sicher gehen will, sollte besser eine echte bzw. zugelassene Flugbox nehmen. (mehr zur IATA).

Die Flugbox muss unbedingt groß genug sein. Der Hund muss in der Box stehen können und es muss ihm möglich sein sich in der Box zu drehen. Das wird von den Fluggesellschaften beim Check In auch kontrolliert. Man verlässt sich da nur selten auf die Aussage von Herrchen oder Frauchen, das würde schon passen. Gut sind Flugboxen, die noch ein Extrafach haben zum Beispiel für Futter und Wasser.

Eigene Beschriftung

Auf unsere Transportbox kommt immer ein großer Zettel mit Name des Hundes und Rasse (ok, wenn es ein Listenhund ist, sollte man bei den Vorurteilen vielleicht darauf verzichten). Außerdem Kontaktdaten. Da man ja oft in ein fremdes Land fliegt, ist es gut, wenn man auch eine Telefonnummer angeben kann (Ländervorwahl nicht vergessen), die unabhängig von der eigenen Erreichbarkeit funktioniert. Außerdem Heimatadresse und Adresse am Zielort. Wer möchte kann natürlich noch drauf schreiben wann der Hund zuletzt getrunken und gefressen hat und natürlich ob der Hund irgendwelche Medikamente benötigt. Das dann natürlich mindestens auch in Englisch.

Ausrüstung der Flugbox

Selbstverständlich sollte die Hundedecke sein, die natürlich nicht frisch gewaschen sein sollte. Schließlich hat der Hund so seinen vertrauten Geruch mit dabei. Ebenfalls gut ist das eine oder andere getragene T-Shirt von Herrchen und Frauchen. Wassernapf ist so eine Sache, es sollte einer drin sein, weil man ja nie weiß, ob es nicht doch zu einer Verspätung kommt. Auf kürzeren Strecken muss jetzt aber nicht unbedingt Wasser mit rein, das wird auf dem Weg zum Flugzeug eh nur rausschwappen. Interessant ist die Möglichkeit den Napf vorher mit Wasser einzufrieren. Wer allerdings einen Hund mit einem sehr kälteempfindlichen Magen hat, sollte doch eher eine Wasserflasche am Gitter befestigen, mit der der Napf auch von außen befüllt werden kann.

Hundebox abschließen

Das Gitter einer Hundebox hält eigentlich sehr gut. Mit einem Mechanismus wird es sowohl oben als auch unten ganz gut gekontert. Dennoch kann es passieren, dass beim Transport auf dem Flugfeld jemand sehr ungünstig dagegen kommt und das Gitter aufgeht. Oder der Hund ist deutlich vor einem schon am Kofferband und man hat Sorge, das andere Mitreisende ihn herausholen könnten. Daher sollte das Gitter noch einmal gesichert werden. Allerdings nicht mit einem Vorhängeschloss, denn das könnte vom Zoll aufgebrochen werden, was Stress für den Hund bedeuten würde. Am besten ist es, die Tür der Hundeflugbox mit Kabelbindern zu sichern. Vier Stück reichen. Dafür oberhalb des Gitters und unterhalb des Gitters kleine Löcher in die Transportbox bohren und dann die Kabelbinder durch die Löcher und das Gitter führen. Schon kann die Tür zur Box nicht mehr unbeabsichtigt geöffnet werden und der Hund womöglich über das Flughafengelände irren. Und man selbst fliegt viel beruhigter. Am Ankunftsort kann man die Kabelstrapse dann entweder mit einem Feuerzug öffnen oder, falls man sich das getraut hat im Bordgepäck mit zunehmen, mit einer kleinen Nagelschere. Für die Nichtraucher: Ein normales Feuerzeug (also kein Benzinfeuerzeug oder Sturmfeuerzeug) darf man mit an Bord eines Flugzeugs nehmen. Aber nur im persönlichen Gepäck, nicht im aufgegebenem Gepäck.

Hund vorher an die Flugbox gewöhnen

Ein Flug mit Hund, insbesondere mit großem Hund und großer unhandlicher Box ist Stress. Vor allem wenn man dann noch im Ausland ist und die Sprache vielleicht nicht ganz so gut kann. Gut wäre also, wenn zumindest der Hund schon mal seine Flugbox kennt. Wie man einen Hund an eine Transportbox gewöhnt.

Möglichst viele Informationen einholen

Das Einchecken selbst geschieht ja ganz normal oben am Check In Schalter der Fluggesellschaft. Dort gibt man aber in den allermeisten Fällen seinen Hund nicht mit dem restlichen Gepäck ab, sondern man muss dann mit diesem zum Sperrgutschalter. Also sollte man sich vorab schon informieren wo dieser am jeweiligen Flughafen ist. Man kann auch durchaus die Fluggesellschaft vorab fragen, wie das denn so ist an dem und dem Flughafen. Und man sich in diversen Foren vorab umtun oder im Internet suchen, ob jemand zum Beispiel schon mal mit Hund von Gran Canaria nach Deutschland geflogen ist (oder von wo anders) und wie denn dort auf Gran Canaria das Aufgeben des Hundes funktioniert. Wer das auf jeden Fall weiß, sind die Tierhilfsorganisationen, die regelmäßig Hunde aus dem Ausland nach Deutschland fliegen. Gegen eine kleine Spende sind diese bestimmt auch bereit, Auskunft zu geben, was man denn beachten sollte.

Ruhe bewahren

Man selbst fliegt vielleicht zum ersten Mal mit Hund. Aber viele andere Hundebesitzer vor einem haben das schon getan und viele werden folgen. Also bloß nicht verrückt machen lassen. Vor allem so lange der Hund noch bei einem ist, weil man ihn noch nicht aufgeben konnte, sollte man extra ruhig und gelassen wirken, nicht das der Hund noch unsere Angst übernimmt. Man sollte unbedingt genug Zeit einplanen, den gerade Zeitdruck beim Check In führt nur zu unnötigen Stress und Aufgeregtheit.

Essen und Trinken vor dem Flug

Es wird empfohlen, das letzte Fressen etwa zwölf Stunden vor dem Flug zu verabreichen. Das letzte Trinken sollte ein Hund etwa vier Stunden vor Abflug bekommen haben. Gerade Hunde sollten vor dem Einchecken noch einmal Gassi geführt werden, sofern das irgendwie möglich ist. Wer bereits eine längere Anreise zum Flughafen hat, kann sich ja für den Reiseweg noch einen Rastplatz raussuchen, an dem der Hund vor Ankunft am Flughafen noch einmal eine ausgiebige Runde drehen kann.

Flüge mit Hunden mit Ziel außerhalb der EU

Innerhalb der EU ist es mit gültiger Tollwutimpfung und EU-Heimtierausweis reicht einfach von Land zu Land mit einem Hund zu fliegen. Auch hier sollte man sich aber vorab über die Bestimmungen des Ziellandes informieren. So hat Dänemark seit 2010 ein Hundegesetz (Hundeloven), in dem 13 Hunderassen aufgeführt werden, deren Haltung und Zucht in Dänemark verboten sind. Auch Mischlinge aus diesen Rassen sind in Dänemark nicht erlaubt. Hunde, die unter Verletzung des dänischen Hundegesetzes gehalten oder eingeführt werden (das gilt auch für den Grenzübertritt per Auto oder Zug und nicht nur mit dem Flugzeug), können von der Polizei getötet werden. Bei Reisen nach außerhalb der EU gibt es Länder, die sehr regide Vorschriften bei der Quarantäne haben. So hat unter anderem Australien strenge Quarantänevorschriften.

Unsere Flüge mit Hund - Erfahrungsbericht

Im April 2015 ging es mit Condor von Gran Canaria nach Hamburg zurück. Mit dabei in einer stabilen Flugbox unser Labrador Retriever. Insgesamt haben alle den Flug und die Trennung gut überstanden: Flug mit Hund Gran Canaria nach Hamburg - Erfahrungsbericht. Wir haben sowieso jedes Mal das Gefühl, dass unser Hund das Fliegen und den Transport in seiner Box doch etwas gelassener sieht wie wir. Und im Flieger beneiden wir ihn auch jedesmal darum, dass er in seiner Box wenigstens liegen kann. Aber wenn es dann darum geht, unseren Hund wieder in Empfang zu nehmen, da werden wir richtig schnell. Keine Sekunde zu lang, soll er nach dem Flug auf uns warten.




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